Wir machen das!

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„Notizen aus der Provinz“ hieß in den Siebzigerjahren eine TV-Satiresendung mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt. Der Titel würde auch auf die neue Ausgabe des Greenpeace Magazins passen, ohne dass „Provinz“ abwertend gemeint wäre. Denn es geht um die Kraft der Kommunen, die erstaunlich viel bewegen können. Während in Berlin noch über Problemen gebrütet und oft endlos um die richtigen Lösungen gerungen wird, krempeln Tatkräftige in Städten und Dörfern schon mal die Ärmel hoch und fragen munter: Wo steht denn das Klavier?

Die Musik spielt zum Beispiel in der alten Universitätsstadt Tübingen, bekannt vor allem durch ihren eigenwilligen Bürgermeister Boris Palmer. Fridays for Future gaben den Anstoß für das ehrgeizige Ziel der Stadt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Grüner Strom, Wärme- und Verkehrswende, energetische Gebäudesanierungen – Tübingen hat einiges vor. Zwar sind alle Parteien im Gemeinderat grundsätzlich dafür, über die konkrete Umsetzung aber dürfte es noch Streit geben.

Mit gutem Beispiel gehen immer mehr Kommunen bei der Beschaffung dessen voran, was sie so alles brauchen, um den Laden am Laufen zu halten: vom Kugelschreiber bis zum Laptop, vom Pflasterstein bis zum Klopapier, von Büromöbeln bis zum Solardach für die Schule versuchen Gemeinden, nachhaltig einzukaufen. Was einiges an zusätzlichem Rechercheaufwand erfordert.

Am nachhaltigsten ist es oft, Dinge länger zu nutzen und nichts Neues zu kaufen. Auch beim sogenannten Divestment geht es darum, etwas nicht zu tun, nämlich kein Geld mehr in klima- und umweltschädliche Produkte und Technologien zu investieren wie etwa Kohle und Öl. Eine ganze Reihe von Städten tut das bereits, darunter Bonn, Köln und Dachau.

Im Nordosten der Republik, in den Dörfern Klein Jasedow und Pulow, zeigt eine Gruppe engagierter Menschen, wie ökologisches Zusammenleben gelingen kann. Auferstanden aus Ruinen sozusagen, denn die vom Genfer See zugezogene Lebensgemeinschaft musste mühsame Aufbauarbeit leisten, um den Verfall von Ställen und Wohngebäuden zu stoppen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: mehrere kulturelle und landwirtschaftliche Projekte und vierzig neue Arbeitsplätze in den „Pulower Landwerkstätten“.

Die deutsche Biohauptstadt heißt Nürnberg. Hier gibt es nicht nur Lebkuchen, Bratwürste und den Christkindlmarkt, sondern auch einen Zoo mit eigener Biolandwirtschaft, globale Leitmessen für Biolebensmittel, Ökolandbau und Naturkosmetik, ein ökologisch orientiertes „Essensmanagement“ für Schulen und Kitas und das Projekt „Essbare Stadt“, das öffentliche Flächen in Gemüsegärten für alle verwandeln will.

Wir stellen Ihnen ferner sechs junge (!) Menschen vor, die sich für verschiedene politische Parteien in der Kommunalpolitik engagieren und zeigen auf unserer (virtuellen) Deutschlandreise von Nord nach Ost, von Süd nach West weitere Beispiele für vorbildliche Kommunalpolitik.

Reisen Sie mit uns zu „Europas Yellowstone“ in den rumänischen Karpaten, wo eine Stiftung einen riesigen Nationalpark aufbauen und Europas letzte Urwälder retten will, oder auch zu dem Lebensraum unter den ebenfalls bedrohten Mangrovenwäldern vor der Antilleninsel Bonaire, dem der Fotograf und Meeresbiologe Lorenzo Mittiga seine Serie „Hidden Forests“ gewidmet hat.  

Außerdem informieren wir Sie über kriminelle Müllgeschäfte mitten in Deutschland, Klima- und Artenschutz im eigenen Garten, den bombastischen Bärlauch und die bislang geheimen Szenetreffs von Geparden. Und wussten Sie eigentlich, dass  Sand und Kies knapp werden, die Atomkatastrophe von Fukushima schon zehn Jahre her ist und das Wahrheits- und Wissenschaftsfeindlichkeitsvirus sich auch in Niedersachsen ausbreitet? All das und mehr lesen Sie im neuen Heft „Lokal genial“. Viel Vergnügen!

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Mi., 17.06.2020 - 11:00
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Mi., 11.12.2019 - 18:16
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Unsere Autorin Kerstin Eitner bittet zum Lokaltermin beim neuen Greenpeace Magazin
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Kerstin Eitner
Redakteurin

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